Andrea Di Stefano (“Escobar – Paradise Lost”) inszenierte 2019 den Thriller “The Informer”. Das Drehbuch hat Di Stefano gemeinsam mit Matt Cook und Rowan Joffé verfasst und basiert auf dem Roman “Tre sekunder (Three Seconds)” von Börge Hellström und Anders Roslund.

Pete Koslow (Joel Kinnaman) ist verheiratet und hat eine Tochter. Er ist ehemaliger Soldat und wurde wegen Totschlags zu einer Gefängnisstrafe von 20 Jahren verurteilt. Koslow erhielt Aussicht auf vorzeitige Entlassung und unterstützt im Gegenzug das FBI bei Ermittlungen gegen den brutalen Drogenboss Klimek alias “Der General” (Eugene Lipinski). Koslow ist Fahrer und Bodyguard für Klimeks Neffe Staszek (Mateusz Kościukiewicz). Eines Nachts steht der Transport einer großen Drogenlieferung an. Koslow und das FBI haben Einsatzablauf und Zugriff bestmöglich abgesprochen. Staszek ändert jedoch die Reiseroute, da er einen potentiellen Käufer für die Drogen hat. Der Deal geht jedoch schief und die polnischen Dealer erschießen dabei einen enttarnten Undercover-Cop. Die verantwortlichen FBI Agenten Wilcox (Rosamund Pike) und Montgomery (Clive Owen) bringen Koslow nicht wie ausgemacht in Sicherheit. Klimek gibt Koslow die Schuld für den Vorfall. Er zwingt Koslow sich wieder einsperren zu lassen und im Gefängnis den Drogenverkauf zu übernehmen. Im Gegenzug verspricht Klimek Schutz für Koslows Familie. Als der New Yorker Polizist Grens (Common) seine Ermittlungen rund um die Ermordung seines ehemaligen Kollegen aufnimmt, wird das FBI zusehends nervös. Schon bald muss Koslow erkennen, dass sein Leben an einem seidenen Faden hängt…

Die Bildqualität ist sehr gut. Die Farben sind natürlich, Schärfe und Details sind übersdurchschnittlich. Der deutsche DTS-HD MA 5.1 Ton ist ebenfalls in Ordnnung, wobei der Film mit Effekten und Tiefbasseinsatz eher sparsam umgeht.

Mein Fazit: “The Informer” ist ein solider Thriller, der durch seine eher langsame Erzählweise Spannung aufzubauen vermag. Während Joel Kinnaman in seiner Rolle zu überzeugen vermag, bleiben andere Darsteller wie Clive Owen als Montgomery oder Common als Detective Grens eher farblos. Das ist allerdings nicht zwangsläufig den Schauspielern geschuldet – in vielen Fällen dürfte das Drehbuch ganz einfach nicht mehr Spielraum gelassen haben. Im Umfeld der Mafia bzw. im Gefängnis ist das Sammelsurium an unsympathischen und furcheinflößenden Charakteren zweifelsfrei sehenswert und sorgt für zusätzliche Authentizität. Freunde härterer Thriller und Fans von Jel Kinnaman dürfen auf jeden Fall getrost einen Blick riskieren.

Film: 6/10
Bild: 8,5/10
Ton: 7,5/10

Bildquellen: © Wild Bunch Germany

Reviewdatum: 11.02.2021
BD/DVD Erscheinungsjahr: 2020
Produktionsjahr: 2019
Verleih/Vertrieb: Wild Bunch Germany / Leonine