Basierend auf einer Idee von Matt und Ross Duffer (aka The Duffer Brothers) enstand im Auftrag von Netflix die Fernsehserie “Stranger Things”. Die insgesamt fünf Staffeln wurden zwischen 2016 und 2026 auf der Streaming-Plattform Netflix veröffentlicht. Für Sammler physischer Datenträger sieht es derzeit noch düster aus. Die Serie ist weder auf DVD noch auf Blu-ray erhältlich.

Staffel 1

Die Geschichte beginnt 1983 in der fiktiven Kleinstadt Hawkins im Bundesstaat Indiana. Der Junge Will Byers (Noah Schnapp) verschwindet eines Nachts spurlos. Während sich die verzweifelte Mutter Joyce (Winona Ryder) an die örtliche Polizei unter der Leitung von Chief Jim Hopper (David Harbour) wendet, machen sich Wills Freunde Mike (Finn Wolfhard), Justin (Gaten Matarazzo) und Lucas (Caleb McLaughlin) auf eigene Faust auf die Suche. Dabei stoßen die Jungen auf ein verstörtes Mädchen (Millie Bobby Brown) mit kurzen Haaren, das außergewöhnliche Kräfte zu besitzen scheint und behauptet den Aufenthaltsort von Will zu kennen. Die Burschen nennen das Mädchen Elfi und bieten ihr einen Unterschlupf in Mikes Keller an. Kurze Zeit verschwindet die beste Freundin von Mikes Schwester Nancy (Natalia Dyer) bei einer Party. Als Joyce scheinbar den Verstand verliert und von seltsamen Ereignissen in ihrem Haus berichtet wird Chief Hopper klar, dass etwas in Hawkins nicht mit rechten Dingen zugeht…

Staffel 2

Vorsicht: Die nachstehenden Zeilen enhalten Spoiler zu Staffel 1

Seit den unheimlichen Ereignissen der ersten Staffel sind einige Monate vergangen. Während in der Kleinstadt Hawkins die Vorbereitungen auf den Halloween-Abend auf Hochtouren laufen, sind nicht alle Bewohner in Feierlaune. Bei Chief Hopper (David Harbour) beklagen sich einige Bauern aus der Umgebung, dass die Kürbisse auf deren Feldern auf mysteriöse Weise verfaulen. Während Hopper sich der Sache widerwillig annimmt, beschäftigen sich die Kinder der Familie Wheeler mit ihren kürzlich erlittenen Verlusten. Nancy (Natalia Dyer) trauert um ihre beste Freundin Barbara und Mike (Finn Wolfhard) leidet an dem Umstand, dass Elfi (Millie Bobby Brown) seit dem Kampf mit dem Demogorgon verschwunden ist. Das Leben von Joyce (Winona Ryder) scheint sich hingegen wieder zur normalisieren. Ihr Sohn Will (Noah Schnapp) ist aus der Schattenwelt zurückgekehrt und mit dem fürsorglichen Verkäufer und Nerd Bob Newby (Sean Astin) scheint auch das Beziehungsglück im Hause der Byers wieder Einzug zu halten. Will leidet seit seiner Rückkehr aber an Visionen und muss sich regelmäßig von Dr. Sam Owens (Paul Reiser), dem neuen Leiter des mysteriösen Labors in Hawkins, untersuchen lassen. Justin (Gaten Matarazzo) und Lucas (Caleb McLaughlin) widmen ihre Aufmerksamkeit der neuen Schülerin Max (Sadie Sink), die mit ihrem rüpelhaften älteren Stiefbruder Billy (Dacre Montgomery) nach Hawkins gezogen ist. Als Justin eines Tages eine aggressive schleimige Kreatur in der Mülltonne findet und Wills Visionen immer bedrohlichere Züge annehmen wird klar, dass die Gefahr für Hawkins noch nicht gebannt ist…

Staffel 3

Vorsicht: Die nachstehenden Zeilen enhalten Spoiler zu Staffel 1 und 2

Eine Rückblende zu Beginn der ersten Episode zeigt, dass das sowjetische Wissenschaftler unter strenger Geheimhaltung versucht haben im Juni 1984 ein Portal in die Schattenwelt zu öffnen. Der Versuch misslang und zahlreiche Personen wurden bei einer Explosion getötet. Zeitsprung in den Sommer 1985. In den Mittelpunkt der Handlung rückt wieder die Kleinstadt Hawkins. Justin (Gaten Matarazzo) kehrt von einem Sommercamp zurück und freut sich auf seine Freunde. In der Gruppe rund um Will (Noah Schnapp), Mike (Finn Wolfhard) und Lucas (Sadie Sink) hat sich aber einiges verändert. Lucas und Max (Sadie Sink) fühlen sich zueinander hingezogen und Mike verbringt jede freie Minute bei Elfi (Millie Bobby Brown) – ein Umstand der vor allem Chief Hopper (David Harbour) unglaublich nervt. Will fühlt noch immer die Präsenz des Mind Flayers, erzählt aber keinem seiner Freunde etwas darüber. Justin, der mit einem selbstgebauten Funksender versucht seine Sommercamp-Freundin Suzie zu kontaktieren, fängt dabei zufällig einen russischen Funkspruch auf. Er besucht damit seinen Freund Steve (Joe Keery), der in der neu eröffneten Starcourt Mall in einem Eisgeschäft arbeitet. Gemeinsam mit Steves nervtötender Arbeitskollegin Robin (Maya Hawke) beginnen die Drei den Funkspruch zu übersetzen. Zur selben Zeit entdeckt Joyce (Winona Ryder), dass Magneten in Hawkins ihren Magnetismus verlieren. Nancy (Natalia Dyer) und Jonathan (Charlie Heaton), die als Praktikanten bei der Hawkins Post arbeiten, gehen ebenfalls einer seltsamen Geschichte nach. Eine ältere Dame hatte behauptet, dass tollwütige Ratten ihren Dünger gefressen hätten. Als kurze Zeit später einige Bewohner von Hawkins spurlos verschwinden, beschleicht so manchen Einwohner der Kleinstadt ein seltsames Gefühl…

Staffel 4

Vorsicht: Die nachstehenden Zeilen enhalten Spoiler zu den Staffeln 1 bis 3

Die Handlung der vierten Staffel spielt im Jahr 1986. Joyce, Will, Jonathan und Elf sind nach Kalifornien gezogen und betrauern den Verlust von Hopper. Elf hat ihre Kräfte verloren und weiß nicht weiter. In Hawkins trennt sich Max von Lukas und trauert um ihren Bruder Billy. Mike und Dustin treten dem D&D Club „Hellfire“ bei, der von Eddie Munson (Joseph Quinn) geleitet wird. Joyce erhält eines Tages eine seltsame Nachricht, die von Hopper zu stammen scheint. Mit Hilfe von Murray versucht Joyce der Spur zu folgen. Parallel findet der Freundeskreis in verschiedenen Zusammensetzungen Hinweise auf das schreckliche Schicksal der Familie Creel und bald erhält das mysteriöse Böse erstmals einen Namen: “Vecna”…

Staffel 5

Vorsicht: Die nachstehenden Zeilen enhalten Spoiler zu den vorangegangenen Staffeln

Seit dem Enstehen des gewaltigen Risses in Hawkins sind 18 Monate vergangen. Zwischen den Welten existiert nun ein Portal und das US-Militär hat im Upside Down eine Basis errichtet. Die Freunde verhalten sich weitgehend unauffällig und versuchen mit verdeckten Operationen (den sogenannten Crawls) das Versteck von Vecna zu finden. Während Mikes jüngere Schwester Holly von einem mysteriösen unsichtbaren Mann namens Mr. Wasdenn kontaktiert wird, kommt es zu weiteren Angriffen der Demogorgons. Will verfügt noch immer über eine telepathische Verbindung zu Vecna und erkennt, dass Vecna auf weitere Kinder aus Hawkins Jagd macht, um sie für seinen Zwecke zu missbrauchen…

Netflix strahlt die Serie in 4K mit Dolby Vision aus und liefert über alle fünf Staffeln einen hochqualitativen Stream mit ausgezeichneter Bild- und Tonqualität. In den zahlreichen dunklen Szenen gibt es keinerlei Artefaktbildung. Der deutsche Mehrkanalton ist sehr gut abgemischt und gibt ebenfalls keinen Anlass zur Kritik.

Mein Fazit

Staffel 1: Die erste Staffel von “Stranger Things” hat mir gut gefallen. Ich muss an der Stelle aber gestehen, dass es fast fünf Jahre gedauert hat, bis ich mir die Serie angesehen habe. Bei einem ersten Versuch vor circa 2 Jahren wollte der Funke nicht wirklich überspringen. Wenn man sich an die Charaktere und die volle Packung 80er-Retro Atmosphäre gewöhnt hat, macht die Serie aber richtig Spaß – vorausgesetzt man kann mit der Mystery-/Grusel-Geschichte etwas anfangen. Das Ensemble macht seine Sache gut, allen voran Millie Bobby Brown, David Harbour und Gaten Matarazzo. Winona Ryder kann, wie auch der eine oder andere Schauspieler auch, mit Ihrer Performance gelegentlich an den Nerven zerren. Am Schluss macht das Ensemble aber einen sehr stimmigen Eindruck. Freunde von spannenden Mystery-Geschichten sollten unbedingt einen Blick riskieren. Freunde der 80-iger Jahe ebenso.

Staffel 2: Die zweite Staffel von “Stranger Things” ist gut gelungen, kann aber nicht ganz an die dichte Atmosphäre der ersten Staffel anknüpfen. Ungeachtet dessen entwickeln sich einige der Protagonisten auf interessante Art und Weise weiter. Parallel dazu versuchen die Serienmacher die Geschichte und deren Hintergründe auf eine etwas breitere Basis zu stellen. Die neuen Charaktere in Form der Stiefgeschwister Max und Billy, des privat ermittelnden Verschwörungstheoretikers Murray Bauman (Brett Gelman) und des Nerds Bob Newby (Sean Astin) fügen sich schön in das bestehende Ensemble ein. Auch Paul Reiser, den ich schon seit Jahren in keiner Produktion mehr wahrgenommen habe, macht eine passable Figur. Die neun Episoden sorgen einmal mehr für spannende Unterhaltung und haben mich mit Vorfreude auf Staffel 3 zurückgelassen.

Staffel 3: Die dritte Staffel von “Stranger Things” hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte konzentriert sich wieder auf Hawkins und die dort lebenden Personen. Während die Serie dem etablierten Mystery-Grusel-Konzept treu bleibt, kommt in Staffel 3 eine unerwartet stark ausgeprägte unterhaltsame Komponente hinzu. Der Handlungsstrang rund um Justin, Steve und Robin ist streckenweise unglaublich witzig und auch auf der emotionalen Ebene mehr als gelungen. Auch die Reise von Joyce, Hopper und dem durchgeknallten Murray Bauman (Brett Gelman) punktet mit viel Witz und gelungenen Dialogen. Das Ensemble ist zu großen Teilen besser als je zuvor – selbst Winona Ryder hat für ihren Charakter in dieser Staffel scheinbar nun endlich die richtige Mischung gefunden. In kleinen Nebenrollen sind darüber hinaus Cary Elwes und Jake Busey zu sehen. Das actiongeladene Finale ist über weite Strecken zwar recht vorhersehbar, aber spannend und technisch erstklassig umgesetzt.

Staffel 4: Die vierte Staffel ist sehr unheimlich und düster und konnte nicht ganz mit der großartigen Staffel 3 mithalten. Der Handlungsstrang, der sich mit Hoppers Aufenthalt in russischer Gefangenschaft beschäftigt konnte mich leider nicht überzeugen. Dazwischen erfährt der der Zuseher aber auch in jeder Episode mehr über die tragische Geschichte von Elf.  Verschiedene Zusammenhänge werden dadurch langsam klarer und das Böse gibt sich endlich zu erkennen. Die Episoden der vierten Staffel sind jedenfalls deutlich länger als jene der vorangegangenen Staffeln. Vermutlich hätte man die Serie mit einigen Änderungen in den Drehbüchern bereits nach dieser Staffel zu einem gelungenen Abschluss bringen können. Die Serienmacher und Netflix haben aber andere Pläne.

Staffel 5: Das langerwartete Finale der Erfolgsserie umfasst 8 Episdoden die Ende November bzw. Ende Dezember 2025 ausgestrahlt wurden. Die verschiedenen Handlungsstränge der letzten 10 Jahre werden mehr oder weniger befriedigend zusammengeführt und enden in einem actiongeladenen Finale und einer etwas über 2 Stunden dauernden letzten Episode. Die Serienmacher haben sich auch Zeit für einen ausladenden und emotionalen Epilog genommen, der mir persönlich sehr gut gefallen hat.

Allen Kritiken und Unzulänglichkeiten zum Trotz hat mir Stranger Things sehr gut gefallen. Alle Fans von modernen fantastischen Geschichten werden mit dieser Serie tendenziell ihre Freude haben.

Film: 8/10
Bild: 8,5/10
Ton: 8/10

Bildquellen: © Netflix / Photo credits: Netflix, Curtis Baker

Reviewdatum: Staffel 1-3: Juli und August 2021, Staffel 4-5: Juni 2026
Streaming: 2021 via Netflix
BD/DVD Erscheinungsjahr: –
Produktionsjahr: 2016-2025
Studio/Vertrieb: Netflix