Bruichladdich produziert seit 2002 stark getorfte Single Malts mit dem Namen Octomore. Die Whiskies sind bei Peat-Heads weltweit beliebt und trotz des hohen Preises mitunter schnell vergriffen. Die Herrschaften bei Bruichladdich experimentieren seit Jahren mit verschiedenem Getreide und diversen Fasstypen. Die Ergebnisse sind zumeist jung, sehr unterschiedlich und je nach persönlichen Vorlieben muss man nicht alle Octomore-Varianten mögen. Mein erster Kontakt mit einem Octomore war in einer gut sortierten Bar in Wien. Nun konnte ich unlängst ein Tasting-Sample des “Octomore 10.3 Islay Barley” ergattern.

Die Gerste stammt von der Insel und wurde 2012 geerntet. Der Whisky wurde 2013 destilliert und reifte 6 Jahre lang in ehemaligen Bourbon Fässern der Marken Jim Beam, Heaven Hill, Buffalo Trace und Jack Daniels). Abgefüllt wurde der Octomore 10.3 in Fassstärke mit 61,3%.

Im Glass hellgold/strohgelb.

In der Nase süßes Getreide, Zitrusfrüchte (Zitrone) und Vanille. Der Rauch ist intensiv, medizinisch mit viel Asche. Im Hintergrund leicht metallisch. Nach einiger Zeit kam ein nicht sehr wohlriechendes Käsearoma zum Vorschein, das mir überhaupt nicht zugesagt hat.

Im Mund anfangs salzig. Danach süße mit Getreide und Honig, Torfrauch und Gummi. Kräftig auf der Zunge und etwas bitter gegen Ende. Feuchte Gräser und Seetang.

Der Abgang ist mittellang bis lang, bittersüß, mit feuchtem Gras und Rauch.

Am nächsten Tag waren Vanille und rauchige Bauernhofaromen im Glas.

Dieser Octomore hat mir nicht besonders zugesagt. Das ist primär den verstörenden Käsearomen in der Nase zu verdanken. Geschmacklich war der Whisky in Ordnung. Der ausgerufene Preis von knapp 200 Euro ist allerdings vollkommen überzogen.

Datum der Verkostung: 29.11.2020
Preis/Preisspanne: EUR 180-200,-
Alkoholgehalt: 61,3 % vol
Inhalt: 0,7 Liter
Flaschennummer: –
Fassnummer: –
Anzahl Flaschen: –