Aller Anfang ist… Metal?
Irgendwo zwischen Kindheit und Jugend wurde der Musikgeschmack von den den Liedern der lokalen Hitparade dominiert.
Als ich Mitte der 80-iger – mit 13 Jahren – erstmals mit Iron Maiden in Kontakt kam, war ich sofort fasziniert. Die Power, das Tempo,… die Atmosphäre war geradezu hypnotisch und ganz nebenbei konnte man die Eltern wunderbar schockieren. Kurz danach entdeckte ich die Metallica Alben “Ride The Lightning” und “Master Of Puppets”. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war es klar… es steckte ein Metalhead in mir ;)
Die Veröffentlichung von Manowars Album “Kings Of Metal” im Jahr 1988 kann ich getrost als weiteres einschneidendes Erlebnis bezeichnen. Allen Unkenrufen zum Trotz zählt diese Band bis heute zu meinen Lieblingsbands in diesem Genre.
Beinahe parallel rauschte bereits die erste Thrash-Metal Welle rund um den Globus und Bands wie Tankard, Sodom, Anthrax, Exodus und Overkill waren in meinem Walkman Dauergäste. Die deutsche Band Blind Guardian vermochte mit abwechslungsreicher Musik und großartigen Konzerten für jede Menge Spaß zu sorgen. Anfang der 90-iger wuchs auch meine Begeisterung für Death Metal. Deicide, Sepultura, Gorefest, Death, Unleashed, Obituary und Bolt Thrower zählten in diesem extremen Sub-Genre zu meinen damaligen Favoriten.
Mitte der 1990-er Jahre erreichte ich einen Punkt, an dem ich mich an Metal sattgehört hatte. Ich wandte mich anderen Musikrichtungen zu…. aber wie heißt es so schön… einmal ein Metalhead… immer ein Metalhead!
Die keltischen Jahre
Nach den von Metal geprägten Jahren, öffneten sich Mitte der 90-iger Jahre für mich die Pforten zu einer ganz neuen musikalischen Dimension. Bands wie die Dubliners oder die stark am Punk orientierten Pogues motivierten einige Freunde und mich zu einer Entdeckungsreise in die Welt der keltischen Musik.
Der Schwerpunkt lag zu Beginn ganz klar bei Musik aus Irland, Schottland und England – ganz egal ob traditionell oder rockig. In einem kleinen Teil meines Freundkreises entstand eine wahre Sammlerleidenschaft für Musik dieser Art. Unterstützt von Othmar Loschy – einst Besitzer des legendären Folkladen in Wien – konnten wir CDs erstehen, die es sonst hierzulande gar nicht zu kaufen gab.
Wir entdeckten Tanzshows wie Riverdance und Lord Of The Dance, sowie Bands wie die Levellers, Across The Border, The Saw Doctors und The Whisky Priests.
In dieser Zeit lernten wir auch die Oysterband kennen. Eine großartige Band, die meinen Zugang zu Musik maßgeblich verändert hat und die mich bis heute begeistern kann. In Deutschland erfreute sich diese Musik in den 1990-iger Jahren besonderer Beliebtheit und fand viele Nachahmer. Kapellen wie Paddy Goes To Holyhead, An Cat Dubh, In Search Of A Rose, Wild Silk und Tears For Beers stellten nur die Speerspitze einer sehr aktiven Szene dar.
Bis heute hat Musik mit keltischen Einflüssen einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen.
Das neue Jahrtausend und die elektronische Musik
Seit den 70-iger wurden allerorts Experimente mit elektronisch erzeugter Musik gemacht. Pioniere wie Kraftwerk und die Erfindung des Synthesizers ebneten den Weg für den in den 80-iger Jahren sehr erfolgreichen Synth-Pop. In den 90-igern wurden die Computer leistungsfähiger und die Produktionswerkzeuge immer mächtiger. Schlußendlich entwickelte sich aus dem DIY Engagement vieler Künstler und Freaks die Techno- und Ravekultur.
Ende der 90-iger entdeckte ich mit meiner Liebe zu “Trance” einen kleinen Teil der damals populären Clubmusik für mich. Es folgten unzählige Besuche in Clubs, Ausflüge zur Loveparade und jede Menge Parties. Schlussendlich begann ich 2001 mit einer “Karriere” als ambitionierter Bedroom-DJ. Musikalisch sprach mich damals das Genre “Progressive House” am meisten an – eine Spielart der elektronischen Clubmusik, die Ende der 90-iger in Großbritannien bereits sehr populär war. Als DJ lernte im Laufe der Jahre den Umgang mit Vinyl, CDs und digital gespeicherter Musik. Meine Auftritte in Clubs und Bars zählte zu den intensivsten Erfahrungen meines Lebens.
Im Laufe der Zeit hat sich der Sound in den Clubs und auch mein persönlicher Geschmack natürlich geändert. Aktuell höre ich elektronische Musik zu Hause und unterwegs. Stilistisch bewegt sich das Material irgendwo zwischen Downtempo, groovigen Breakbeats und Melodic House & Techno. Den Progressive House Klassikern von damals kann ich aber bis heute nicht vollständig den Rücken kehren.
Musik der 1960-er und 70-iger Jahre – Irgendwo zwischen psychedelischer Revolution und der Wiederauferstehung des Folk
Musik aus der Jugendzeit meiner Eltern hat mich schon in den 1990-er Jahren zum ersten Mal begeistert. Damals nannten wir Lieder aus dieser Zeit noch sehr pauschal “Oldies”. Bereits im zarten Alter von 15 waren mir die rockigen Songs der späten 60-er und frühen 70-er sympathischer, als der “gute alte Rock’n Roll” oder die oftmals schmalzigen Ergüsse des vorangeganenen Jahrzehnts.
Basierend auf den Erinnerungen an diese Lieder und Künstler, entwickelte sich in frühen 2010-er Jahren erneut Begeisterung für die großartige Musik dieser überaus kreativen Epoche. Psychedelische Klänge und Rock vermischen sich mit den unterschiedlichsten Einflüssen aus den Bereichen Folk- und World-Musik. Die Reise, die mit dem San Francisco Sound der späten 60-iger Jahre begann, führte mich anfangs zu Künstlern wie Jefferson Airplane, The Byrds, Crosby, Stills, Nash (& Young), Grateful Dead und Simon & Garfunkel. Bis heute entdecke ich immer wieder neue MusikerInnen und Bands, die mir bis dato unbekannt waren.
Während die oben angesprochenen Künstler hauptsächlich aus den Vereinigten Staaten stammten bzw. viele ebendort besonders populär waren, entwickelte sich zur selben Zeit in England eine überaus lebendige und innovative Folk und Folk-Rock Szene – angeführt von Bands wie Fairport Convention, Pentangle und Steeleye Span. Hier schließt sich auch der Kreis zu Musik mit keltischen Einflüssen.
Die unvorstellbar große Menge ‘Rest’
Abseits der weiter oben angeführten Schwerpunkte gibt es selbstverständlich jede Menge anderer Musik, die es zu entdecken bzw. wiederzuentdecken gilt. All die Jahre blieb ich stets neugierig. Angetrieben von einer beinahe schon ungesunden Such- und Sammelleidenschaft, hilft mir das Internet seit drei Jahrzehnten bei jeder Art der Recherche.
In den letzten zwei Jahrzehnten erstand ich jede Menge Rock und Bluesrock-Alben und entdeckte verschiedenste Formen der Gitarrenmusik für mich. Daneben spielt Folk in den unterschiedlichsten Spielarten weiterhin eine enorm wichtige Rolle für mich. Erste Ausflüge in jazzige Spheren und in die Welt der Klassik sorgten für Abwechslung.
Etliche Alternative Acts der 1990-er Jahre, die ich im Ausklang meiner ersten Metal-Ära grundsätzlich verschmähte, erhiehlten eine faire zweite Chance.
Der intensivere Kontakt mit den Indie/Alternative Künstlern führte mich auch in Richtung Alternative-Country und moderner Americana Musik und ich lernte großartige Acts wie 16 Horsepower, Uncle Tupelo, Beaver Nelson, Billy Strings, Sturgill Simpson, Slobberbone und Ryan Bingham kennen.
Parallel dazu tauchte ich immer tiefer in die Welt der unzähligen Neo-Psychedelic/Garage-Revival Acts ein. Frühere sporadische Berührungspunkte durch Bands wie The Verve, Kula Shaker, The Coral und The Aliens legten den Grundstein für eine grandiose bis heute andauerende Entdeckungsreise.
Konzertbesuche bei den New Candys, Kikagaku Moyo und The Kundalini Genie entfachten Anfang der 2020-er Jahre meine Leidenschaft für Live-Musik erneut.
Metal… Again?!!?!
Wie erwähnt, verlagerte sich der musikalische Fokus im Laufe der frühen 2020-er Jahre wieder etwas mehr in Richtung Rock. Mit der Zeit hörte ich auch immer öfter wieder Metal und begann mich mit der mittlerweile unübersichtlich großen Szene zu beschäftigen.
Seit 2022 genieße ich wieder sehr regelmäßig Konzerte. Es gab bereits mehr als ein Wiedersehen mit meinen Helden der 1980-er und 90-er Jahre (Iron Maiden, Overkill, Sacred Reich, Judas Priest, Saxon, Pestilence, Sodom, Manowar, uvm.) und die Gelegenheit jede Menge tolle Musik und Bands neu zu entdecken. Also stimmt es offensichtlich doch… einmal ein Metalhead… immer ein Metalhead!
Letztes Update: 2025/06



















